Firmenentwicklung

Gegründet 1981, als sich ein Startup noch “Bastlerladen” nannte, hat sich CONTAG inzwischen zum Marktführer hochtechnologischer Leiterplatten mit Expressfertigung entwickelt. Für Interessierte finden sich hier viele Informationen mit persönlichen Eindrücken in die langjährige Firmenentwicklung.
 
 

1981 "Bastlerladen"

Die CONTAG‑Geschichte beginnt in den frühen 1980er‑Jahren in der Bastlerszene, als die Brüder Contag aus eigener Leidenschaft Leiterplatten entwickelten. Mit Unterstützung ihres Vaters, der Know-how und ein wenig Startkapital beisteuerte, eröffneten sie 1981 in Siemensstadt „CONTI’S LEITERPLATTEN‑SERVICE“. In zwei 20‑m²‑Räumen – Verkaufsraum und Produktion – fertigten sie Platinen neben ihrem Studium bzw. der Schule. Der Laden hatte zunächst nur wenig Stunden pro Woche geöffnet und bot auch Bastlern die Möglichkeit, selbst Platinen herzustellen. Die Produktion erfolgte vollständig mit selbstgebauten Geräten: ein improvisierter Kopierer, UV‑Belichtung mit Pflanzenlampe, eine Ätzwackelwanne mit Küchenwasserkocher sowie gemeinsames Bohren im Wettkampfmodus und stets mit höchstem Qualitätsanspruch.
Die wachsende Nachfrage – sogar von Siemens und dem Hahn‑Meitner‑Institut – erforderte längere Öffnungszeiten und mehr Einsatz. 1989 wurde dann die benachbarte Wohnung als Erweiterung auf 120 m² angemietet. Trotz strenger Vorgaben zum Wohnraumschutz gelang der Umbau dank großer Sorgfalt. Auch zweiseitige Leiterplatten, jedoch ohne chemische Durchkontaktierung, wurden nun hergestellt. Endlich gab es eine eigene Toilette, zusätzlichen Raum und mehr professionelle Strukturen sowie eine eigenprogrammierte Rechnungssoftware auf einem Commodore VC 20 und später einem Atari ST als Keimzelle der späteren Digitalisierung des Betriebs.

1995 Produktionsbetrieb

Die Maschinen wurden größer, moderner und teurer und die Aufnahme der Fertigung von mehrlagigen Leiterplatten (Multilayern) in neuen Räumlichkeiten in einem Industriegebäude war ein Meilenstein in der Unternehmensentwicklung. Für den Vertrieb eröffnete sich ein viel größeres Kundenpotenzial, schließlich sind je nach Abnehmer-Branche 30-60% aller Leiterplatten Multilayer. Ein weiteres, kräftiges Umsatzwachstum war die Folge.
Zu dieser Zeit gab es noch relativ viele deutsche Leiterplattenhersteller und der USP des Unternehmens lag in der Expressfertigung von Prototypen. Für das wachsende Kundengeschäft gab es keine geeignete Softwareunterstützung, so dass ein Auftragsmanagementsystem selbst programmiert wurde. Es wurde zum ERP erweitert und mit eigenen Softwareentwicklungen wie für die Fertigungssteuerung und Qualität zur maßgeschneiderten Softwarelandschaft ausgebaut. Diese wird kontinuierlich weiterentwickelt und programmiert, um die spezifischen Anforderungen optimal abzubilden. Zusätzlich wird sie gezielt mit innovativen kommerziellen Systemen kombiniert, um die besondere Flexibilität zu sichern und von der dynamischen Weiterentwicklung moderner IT-Technologien zu profitieren.
Mit der Digitalisierung hat das Unternehmen ein starkes Rückgrat für die erforderliche Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz erhalten und ist zunehmend über die Wettbewerber hinausgewachsen.

2007 Technologiebetrieb

Mit Aufnahme der Fertigung von komplexen bis hochkomplexen Leiterplatten (Blind-Via, Buried-Via, SBU-Leiterplatten) deckt das Unternehmen nahezu die gesamte Palette an Produkttechnologien am derzeitigen Markt ab. Die Kombination von hoher Qualität und termintreuer Express-Lieferung ist die Basis für weiteres Wachstum. Man will weiterhin „Der wohl schnellste Leiterplattenhersteller in Europa“ bleiben. 
In diesem Zuge wird das Einzelunternehmen Conti Leiterplatten umfirmiert zur CONTAG GmbH. Das Unternehmen zieht in einen Neubau mit 1.000 qm Büros und 2.000 qm Produktionshalle um, das auf dem unternehmenseigenen, 17.000 qm großen Grundstück nach eigenen Vorstellungen errichtet wurde. Hiermit wird auch die bauliche Voraussetzung für das weitere Wachstum und neue Technologien geschaffen.
Auf dieser stabilen technischen und IT-Basis folgte der Überholvorgang im Wettbewerb mit der Verbesserung der Produkte und die Aufnahme der industriellen Forschung und Entwicklung, unter anderem an opto-elektronischen Leiterplatten mit Glaslaminaten sowie im Hochfrequenz-Bereich.
Dabei baut CONTAG enge Kooperationen mit fachspezifischen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und renommierten Instituten (wie z. B. Fraunhofer-Institute, TU Berlin) auf, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Technologien zu überführen und die Innovationsführerschaft nachhaltig auszubauen. Die resultierenden Innovationen haben das Unternehmen gestärkt und in eine technologische Führungsrolle gebracht, die im Vergleich zur Firmengröße einzigartig ist.

2012 High-Tech-Unternehmen

Als stabilen Rahmen für weiteres Wachstum und zunehmende Unabhänigkeit vom Firmengründer hat sich CONTAG breiter aufgestellt und weitere Spezialisten hinzugewonnen. Für die inzwischen weiterentwickelte Organisationsstruktur wurde als zukunftsorientierte Rechtsform die Aktiengesellschaft gewählt. Kapitalmarkt und Aktienhandel spielten bei der Umfirmierung keine Rolle, CONTAG bleibt das Familienunternehmen mit sportlicher Dynamik.
Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte tragen weitere Früchte und aus den erfolgreichen Ergebnissen resultieren neue Produkte wie dehnbare Leiterplatten (Stretchables) oder 3D-MID PCB.
Mit deutlichen Investitionen in Maschinen und Anlagen wurde die Produktion weiter professionalisiert u. a. durch eine Laser-CNC-Maschine, eine Röntgenbohrmaschine, einen MDI-Belichter, einen Vakuum-Laminator, die der gesicherten Herstellung feinerer Strukturierung und höheren technologischen Fähigkeiten dienen. Darüber hinaus wurden alle zusätzlich erforderlichen Maschinen für die Inhouse-Produktion von 3D-MID-PCB beschafft, vom 3D-Druck bis zur Belichtung. 

2025 Marktführerschaft

Die technologischen Fähigkeiten und produzierbaren Grenzen wurden weiter deutlich nach oben verschoben, so dass heute Kunden ihre Elektronik-Innovationen z. B. in den Bereichen Quantencomputing, Biomedizintechnik oder Satellitenkommunikation mit der Unterstützung von CONTAG umsetzen und die Positionierung des Unternehmens in der Marktführerschaft bestätigen. Dabei sind, auch zu Lasten eines kurzfristigen Wachstums, neue Produkte entwickelt worden.
Die Unternehmenskultur ist langjährig gefestigt und gut vorbereitet für die Übergabe an die nächste Generation, die 2025 unter dem Motto „Tradition bewahren und Zukunft gestalten“ gestartet wurde. Über viele Jahre hinweg haben sich bereits zwei Söhne von Andreas Contag in viele verschiedene Tätigkeitsfelder eingearbeitet und übernahmen in unterschiedlichen Schlüsselpositionen schließlich auch die Leitung. Auf der soliden Grundlage bringen sie sich aktiv mit ihren eigenen Ideen und Methoden in die Unternehmensführung ein.
Vivian und Sören Contag wurden vom Aufsichtsrat mit Wirkung zum 01. Juni 2025 in den Vorstand berufen und die Vorstandsbereiche in diesem Zuge neu gegliedert. Durch die Verantwortungsübernahme von Sören und Vivian Contag ist die Zukunft der CONTAG AG als Familienunternehmen vorgezeichnet und die Basis gelegt, um die Erfolgsgeschichte des Unternehmens weiter fortzuschreiben.

Ausblick

Die Leiterplattenindustrie wird sich in den kommenden Jahren durch das Zusammenspiel aus innovativen Aufbau- und Verbindungstechnologien mit neuen Materialien, Nachhaltigkeitsanforderungen und datengetriebener Prozessintegration spürbar weiterentwickeln.
Neben funktionalen Leistungsanforderungen gewinnen CO2-Bilanz, Materialeffizienz und regulatorische Vorgaben an Bedeutung. Gleichzeitig werden Leiterplatten künftig nicht mehr nur gefertigt, sondern digital über den gesamten Prozess hinweg begleitet. Ein schrittweise entstehender digitaler Zwilling der Leiterplatte verknüpft Material-, Prozess- und Qualitätsdaten und ermöglicht fundiertere Entscheidungen, stabilere Qualität und mehr Transparenz. Um darauf vorbereitet zu sein, arbeitet CONTAG bereits heute an der konsequenten Digitalisierung von Workflows und Prüfprozessen sowie an der frühen Integration anspruchsvoller Qualitäts- und Umweltanforderungen sowie am Aufbau weiter skalierbarer IT-Strukturen.
In enger Zusammenarbeit mit Material-, Chemie- und Technologiepartnern wird sichergestellt, dass neue Anforderungen frühzeitig bewertet und zuverlässig in robuste Fertigungsprozesse überführt werden. Ziel ist es, die strukturellen Voraussetzungen für eine zukunftsfähige, qualitativ hochwertige und verantwortungsvolle Leiterplattenfertigung weiterhin bereitzuhalten.

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